Kurzkiel Langkiel wer kann helfen?

Eure Fragen zur Varianta VA18
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Rainerla
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Kurzkiel Langkiel wer kann helfen?

Beitrag von Rainerla » 28.01.2018, 19:09

Hallo, ich möchte mir ein Varianta 18 kaufen. Neben den ganzen Ausrüstungsgegenständen die zur Wahl stehen gibt es eine, die sich nachträglich nicht mehr ändern lässt. Kurzkiel oder Langkiel das ist hier die Frage.
Ein k.o. Kriterium wäre, wenn beim Kurzkiel das Ruderblatt länger als der Kurzkiel wäre und das Boot zuerst mit dem Ruder statt mit dem Kiel auflaufen würde. Wer weiss da genaueres dazu? Wie ist die Segelperformance mit Langkiel und wie mit Kurzkiel? Liegt der Langkiel besser an der Pinne bzw. ist dieser Richtungsstabiler? Ich möchte mir in 6 Tagen die erste gebrachte Varianta 18 anschauen, daher wäre es schön wenn ich vorher die Kielfrage für mich klären könnte. Ich danke euch schon jetzt für euere Antworten.

Fips
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Re: Kurzkiel Langkiel wer kann helfen?

Beitrag von Fips » 30.01.2018, 14:11

Hallo Rainerla,

bei uns am Club sind beide Versionen vertreten, Kurzkiel und Langkiel.
ich bin beide Versionen intensiv bei Regatten gesegelt und kann sagen das die Kurzkielversion bei
Raumwindkursen viel schneller aus dem Ruder läuft als eine Langkielversion.
Bei Windböen von 4-5 bft. geht das schon los, das Ruderblatt ist ja auch 25 cm kürzer als die Langkielversion.

ich meine das die Kiste auch Amwind nicht ganz die Höhe läuft, auch wieder abhängig von der Windstärke.

Wenn dein Heimatrevier also nicht gerade auf einem flachen Binnensee ist würde ich den 115 cm Kiel immer vorziehen. Auch auf unseren Ostseetörns haben wir mit dem 115 cm Tiefgang nie ein Problem gehabt.

Gruß Fips

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holymoly
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Re: Kurzkiel Langkiel wer kann helfen?

Beitrag von holymoly » 30.01.2018, 19:30

Hallo,

gerne gebe ich als Kurzkiel-Skipper meinen Senf auch noch dazu:

- Es stimmt, dass man 2° weniger Höhe laufen kann als mit dem Langkiel. Diesen Wert hat übrigens auch DIGGER Hamburg seinerzeit mal genannt. Da wir nicht regattieren ist das für uns nicht relevant.
- Es mag sein, dass der Kurzkieler wegen kürzerem Ruderblatt schneller aus demselben läuft. Allerdings sind die von Fips genannten Windstärken für mich sowieso schon Obergrenze: Ab 5 Bft bleibe ich drin. Deswegen käme ich nicht in die Verlegenheit diese Erfahrung zu machen. Auch hier wieder die Frage: Gemütliches Kaffeesegeln oder Regatta.
- Unser Haupt-Revier ist Dänemark. Da wird es am Ufer oft schon flach. Vor diesem Hintergrund macht natürlich der Kurzkiel Sinn, denn ich kann damit ein ganzes Stück tiefer unter Land segeln als mit dem Langkiel (ich glaube, dass ich damit den Nachteil der -2° Höhe beim Luvraum gewinnen schon wieder ausgleichen kann, wenns drauf ankäme). Außerdem ankere ich gerne und auch da macht es Spaß, dichter unter Land zu liegen.
- Ein ganz entscheidender Punkt für die VA18 war bei uns die Trailerbarkeit. Die 30 cm, die das Boot und sämtliche Aufbauten tiefer liegen, sind mir auf den langen Strecken nach DK und auch zum Bodensee sehr recht - das Fuhrwerk liegt definitiv stabiler auf der Straße als die mit Langversion.
- Liegeplatz: Mit dem Kurzkiel kannst Du oft noch an Stellen im Hafen liegen wo Du mit dem 115er nicht mehr hinkommst. Ist oft billiger, günstiger gelegen und weniger oft besetzt ...

Noch zu Deinen Fragen:
- Das Ruderblatt ist dem Kiel natürlich angepasst. Du setzt also zuerst mit dem Kiel auf. Grundsätzlich ist das eine sehr unangenehme Erfahrung, die mir Gottseidank bislang erspart blieb. Meistens hilft auch ein Blick in die Seekarte um das zu vermeiden ...
- Aus dem Ruder laufen: Wir hatten natürlich auch schon 5er Winde bei 1,5 m Ostseewelle, die wir im ersten Reff und mit der Standardfock abgeritten sind. Mit entsprechend Gewicht auf der hohen Kante konnte ich kein Ausbrechen feststellen, dazu musst Du schon ziemlich krängen ... Bei einem Törn vor Sønderborg hatten wir mehrfach deutlich über 6 kn drauf (GPS-Wert) aber ich konnte keinerlei Unsicherheit an der Pinne feststellen (ich gebe zu: War KEIN Kaffeesegeln mehr)
- Richtungsstabiler: Kann ich nix zu sagen, glaube aber, dass das nur im absoluten Grenzbereich zu merken ist

Mein Fazit: Wenn Du für alle Eventualitäten gerüstet sein aber nicht jede Regatta gewinnen willst, bist Du mit dem Kurzkiel besser dran.

Hoffe das hilft, viel Spaß beim Besichtigen und viele Grüße

Stefan von AMBATA

Fips
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Re: Kurzkiel Langkiel wer kann helfen?

Beitrag von Fips » 30.01.2018, 20:48

da hab ich aber auch noch mal was:

das Trailern mit dem 115cm Kiel ist äußerst angenehm da ich unter dem Schiff durch sehen kann wenn ich nach achtern schaue. Der 1300KG Heku Trailer bewährt sich da super mit der 100 km/h Zulassung. Da wir jedes Jahr 500 Km zur Ostsee hochfahren kann ich sagen das ich zum Vergleich eines Tandemtrailers nichts vermisse.
wir rauschen mit 115 km/h hoch in den Urlaub.

Nun zum Thema Sicherheit:
Unsere Erfahrung hat gezeigt das ich auf der Ostsee entweder keinen Wind 0-1 oder dann oft
5-6-7 habe. 5-6 zumindest ziemlich oft. Ich habe das performance Ruderblatt von FSA nachgekauft und muss sagen das das schon ein großer Unterschied zum Standardblatt und erst recht zum 25 cm kürzeren Kurzkiel Blatt ist. Ein sicheres Gefühl bei aufbriesendem Wind finde ich da absolut wichtig. gut die 2 Grad Unterschied Höhe sind Welten auf der Regattabahn - noch besser wirds wenn man die Pentex Fock von FSA fährt :-)
aber das muss jeder für sich entscheiden.

eine gute Möglichkeit das festzustellen ist ein Probeschlag beider Varianten :-)

Gruß
Fips

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Re: Kurzkiel Langkiel wer kann helfen?

Beitrag von nanuk » 31.01.2018, 21:33

Hey,
schau auch mal bitte unter: Foren-Übersicht < Zum Boot < Fragen< ( auf Seite 3 ) Kielarten . ( von 01.2013 ) Hier wurde das Thema schon mal aufgegriffen.

Viele Grüsse Nanuk

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holymoly
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Re: Kurzkiel Langkiel wer kann helfen?

Beitrag von holymoly » 19.02.2018, 20:41

Hallo Rainerla,

was ist es denn jetzt geworden, tiefer oder flacher Kiel? Nur so interessehalber ...

Gruß

Stefan von AMBATA

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